magily.de | *24.09.2020 | 16.50 Uhr
Entwickler und Server geht es den Umständen entsprechend gut und es gewöhnen sich alle langsam an den Warenkorb.

Scherz beiseite – Ich bin unheimlich stolz nun endlich mit euch und meinen Mitmenschen teilen zu können, woran hier die vergangenen neun Monate (man darf wohl wirklich von einer Schwangerschaft sprechen) mit ganz viel Liebe gearbeitet wurde. Seit ich denken kann wollte ich immer Autorin werden und Kinderbücher schreiben. Über mein kreatives Schreiben kam ich mit 16 Jahren zur Zeitung auf die Journalisten-Spur.

Die Elternzeit als alleinerziehende Mama hat mir wieder mehr Raum für Kreatives gegeben, aber auch den Wunsch nach anderer Kinderliteratur als ausschließlich Mama, Papa, Bruder, Schwester verstärkt. Wie aber kann man Nischenbereiche wirklich treffend und individuell abbilden? Das 21. Jahrhundert und das, was an Entwicklung schon da ist, machen es möglich. magily lässt sämtliche Familienkonstellationen zu – egal ob alleinerziehend, „normale“ Kernfamilie, Regenbogenfamilie oder etwas ganz anderes – wir bilden eure Realität ab und niemand muss mehr Bauchschmerzen dabei haben dem eigenen Kind eine andere Realität via Kinderbuch vorsetzen zu müssen, die in Erklärungsnot bringt. Alles kann Familie sein ❤️

Entstanden ist mit magily ein Portal für personalisierbare Kinderbücher. Hier entscheidest du, wer in eurem ganz persönlichen Buch mitspielt. Einfach die Figuren auswählen, die euch am ähnlichsten sehen, Namen eintragen, eigene Widmung schreiben und ein wahres Unikat im Bücherregal im Kinderzimmer griffbereit haben.

Bis zu diesem Moment war es ein spannender Weg. Wie alles begann? Ich weiß noch, wie ich schwanger bei meinen Eltern auf dem Sofa saß und recherchierte, was es eigentlich für Kinderbücher für Kinder von Alleinerziehenden gab. Das Ergebnis war sehr ernüchternd, denn ich fand nüchts. Okay, ganz richtig ist das nicht. Es kursierte ein Titel mit dem Namen „Mondpapas“. Offenbar wurde dort versucht den Kindern zu erklären, warum ihre Väter nicht anwesend waren. Aber ein wirkliches Kinderbuch, in dem es einfach normal war, dass ein Kind nur mit einem Elternteil aufwächst, das fand ich nicht. Obgleich diese Familienform mittlerweile sehr „normal“ – also massenhaft – zu finden ist. Eine aktuelle Zahl: 50 Prozent der Mütter sind oder waren in ihrem Leben einmal alleinerziehend. Lebten also allein mit einem minderjährigen Kind in ihrem Haushalt. 

Es gab viel Angebot zum Thema Kindererziehung und Geburt, aber für die Kinder selbst fand ich nichts. Dann stieß ich auf ein Portal und las mir einige der Konversationen durch. Hier tauschten sich Betroffene aus und eine Mutter schrieb, sie würde die Stellen, an denen der Papa vorkam, einfach überlesen. Ja, schön und gut – ABER: Ein Kinderbuch ist in der Regel illustriert und das Kind nimmt die väterliche Figur dann doch wahr. 

 

 

Druckkosten in einer Standard-Druckerei hätten bei 300 Euro gelegen

Kurzum: Der Kinderbuchmarkt für Kinder von Alleinerziehenden war praktisch nicht vorhanden. Kein Wunder. Als Redakteurin kenne ich mich ein wenig in der Verlagswelt aus und es ist ganz klar, dass „Einzelfälle“ besonders sehr individuelle Fälle gar nicht massentauglich abzubilden sind. Dazu bedarf es eines besonderen Maschinenparks. In einer Druckerei geht es in der Regel nach Auflage. 10.000 Bücher von XY können kostengünstig am Stück produziert und dann eingelagert werden. Lagerleichen lassen grüßen. Aber Einzelfälle? Die Produktionskosten für ein magily Buch in einer Standard-Druckerei würden bei rund 300 Euro liegen. So teuer wäre die Fertigung eines Unikats. Selbstverständlich ist das nicht realisierbar oder wie oft kauft ihr ein Kinderbuch für einige hundert Euros? 

Doch zurück aufs Sofa meiner Eltern: Dort begann ich nun auf einem Blatt Papier ein System zu scribbeln. Eine erste Struktur, wie die Personalisierung solcher Bücher aussehen könnte. Das war im Herbst 2016. Im Mai 2017 wurde ich Mama, kämpfte mich durch einen gerichtlichen Streit, der im Januar 2018 beigelegt wurde und lernte mein Kind kennen. Im Juli 2019 begann dann die Kitazeit meines Sohnes und ich orientierte mich erstmals wieder in der Berufswelt. Im September beschloss ich mich selbstständig zu machen und das tue ich bis heute. Doch an dieser Idee hielt ich weiter fest. Nun, da ich wieder mehr Zeit dafür hatte den Fokus auf mich und meine Ziele zu richten, fasste ich kurzerhand den Entschluss einen alten Freund zu kontaktieren. Der einzige Mensch, von dem ich wusste, dass er in der IT-Welt gut aufgestellt ist. Ich schrieb ihm eine E-Mail mit der Info, dass ich eine Geschäftsidee hätte für die ich seine Hilfe bräuchte. Zwei Tage später telefonierten wir und erörterten wie man meine Idee umsetzen könnte. Schnell war klar: Es braucht einen super Entwickler. Ein Glück, dass besagter Freund zufällig einen guten Freund hatte, der schon ganze Shop-Systeme von null aufgebaut hat. 

 

Teamwork makes the dream work

Zwei Monate später lernte ich diesen Freund beim Geschäftsessen kennen. Jetzt, wo ich diesen Text für euch schreibe, liegt dieser Moment nicht ganz ein Jahr zurück. Meine erste Aufgabe nach unserem Treffen: Eine Druckerei finden, die das kann, was wir brauchen – die kostengünstige und realisierbare Produktion von Unikaten. Wie das Schicksal es wollte gelang dies in kürzester Zeit. Mit Schätzl haben wir einen Fullfillment-Partner gefunden, der nicht nur Unikate fertigen kann, sonder obendrein den Vertrieb übernimmt. Bedeutet: Jedes Unikat wird gedruckt und gelangt direkt von der Druckerei zum Kunden – ohne Zwischenschritte. Gut für uns und gut für den Kunden. Es sollte einfach gelingen.

Den beiden Jungs und mir war schnell klar, dass wir es nur im Team schaffen würden. Im Januar 2020 gründeten wir dann gemeinsam die magily UG. Es wurde fleißig entwickelt und konzeptioniert. Probleme wurden erkannt und gelöst – eines nach dem anderen. Wenn etwas wirklich passieren soll, dann passiert es auch. Ich hatte in diesem Prozess zweimal den starken Eindruck, dass magily vom Universum gewollt ist: Zum einen hat sich die Druckerei so schnell finden lassen und zum anderen war unsere erste Illustratorin gleich ein Volltreffer. Nicht nur war es der Stil, den wir wollen. Unsere Illustratorin ist einfach ein Photoshop-Profi und da wir für alle Varianten mit sehr vielen verschiedenen Ebenen arbeiten müssen, setzt die illustratorische Arbeit für magily hohe technische Kenntnisse voraus. Diese beiden elementaren Bausteine sind so leicht zu uns gekommen, dass ich dem Universum dafür danke. 

Es wurde entwickelt und entwickelt, wir nahmen große und kleine Hürden und mit dem richtigen Commitment schlossen wir uns zweimal die Woche für ein paar Stunden virtuell zusammen, um magily voran zu bringen. 

Die E-Mail mit der Info, dass ich eine Geschäftsidee habe schrieb ich am 14.08.2019 – magily launchte am 24.09.2020. Von der Idee bis zum Produkt verging ein gutes Jahr. Ich muss seither viel an eines denken: Es ist unglaublich, was man in nur einem Jahr schaffen kann. Eines ist aber auch ganz klar: Das Wichtigste für jedes größere Unterfangen ist das Team! Ohne dieses Team würde es magily nicht geben und bei allem was wir bisher getan haben und in Zukunft noch tun werden bin ich diesem Punkt am allermeisten dankbar. Meinem Team – danke Jungs! 

Wer mehr zu magily und der Entstehung wissen möchte, kann in die Podcast-Folge vom AE-Team zu magily reinhören.